642 Bewerbungen eines Nicht-EU-Entwicklers

Eine detaillierte Fallstudie zur Jobsuche in Deutschland. Erfahre, was funktioniert hat und was nicht.

Case Study: Arbeitsmarktanalyse für Nicht-EU-Bewerber

Hier ist die Zusammenfassung der Jobsuche eines Nicht-EU-Bewerbers (Alfe) im aktüllen Markt. Alfe hat eine Stelle bekommen, ohne B1-Deutschzertifikat, ohne in eine Großstadt ziehen zu müssen und ohne Vitamin B.

Bewerbungsdaten

Hier sind seine Bewerbungsdaten:

  • Bewerbungen Insgesamt: 642
  • Telefoninterviews: 10
  • Videocalls: 7
  • Persönliche Vorstellungsgespräche: 4
  • => Anstellung: 1

Anfängliche Suchstrategie

Seine Suchstrategie begann mit etwa 20 Bewerbungen pro Woche über LinkedIn und direkt über die Firmenportale. Später änderte Alfe seine Strategie und wechselte von Quantität zu gezielten Bewerbungen auf spezifische Stellen.

Gründe für Absagen

Während der Interviewphase wurde Alfe hauptsächlich aus folgenden Gründen abgelehnt (zumindest laut ihm):

  • Visumsregulatorik: Mangelndes Wissen über spezifische Gesetze seines aktuellen Visumstatuses.
  • Langfristige Planung: Ungenügende Antworten zu langfristigen Karrierezielen.
  • Technische Tests: Durchgefallen bei mathematischen Modellierungsaufgaben.
  • Erfahrungsberichte: Zu wenige Beispiele aus früheren Tätigkeiten, die direkt zur ausgeschriebenen Stelle passten.

Problematische Vorstellungsgespräche

Alfe berichtete, dass einige Unternehmen ihn während des Bewerbungsprozesses nicht gut behandelt haben.

Ein Unternehmen lud Alfe zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch ein und versprach, die Reisekosten zu übernehmen. Trotz mündlichem Feedback, dass alles gut gelaufen ist und er innerhalb von zwei Wochen benachrichtigt werden würde, brach das Unternehmen den Kontakt ab und erstattete die Reisekosten nicht.

Ein anderes Mal führte ein Personalverantwortlicher ein Interview, das sich wie ein Verhör anfühlte. Alfe fühlte sich wie ein Schüler der beim Nachsitzen gefragt wird, ob er bei bestimmten Dingen gelogen hätte.

Was letztendlich funktioniert hat

Alfe führt das endgültige Jobangebot auf drei Anpassungen in seiner Bewerbungsstrategie zurück:

  • Lebenslauf-Anpassung: Er änderte seinen Lebenslauf mehrfach, um ihn spezifisch auf die Anforderungen der Unternehmen anzupassen.
  • Technische Fachbegriffe: Er fing an fachspezifische Begriffe des deutschen Marktes zu verwenden statt allgemeiner englischer Begriffe.
  • Anschreiben: Er stellte fest, dass Anschreiben hilfreich sein können, um die Personalabteilung von ihm zu überzeugen

Was er heute anders machen würde

Achte mehr auf deine psychische Gesundheit, besonders wenn der Prozess ein Jahr oder länger dauert.

Versuche nicht, gleichzeitig Deutsch zu lernen, während du dein Leben und deine Karriere umkrempelst.

Priorisiere Persistenz und Geduld.

Verkopf dich nicht zu arg in den Prozess und verfalle nicht in “Produktivitätswahn.”

Lerne immer weiter und mache auch was anderes, um auf deine mentale Gesundheit zu achten.

Fazit

Der Arbeitsmarkt ist gerade hart und es kann lange dauern, bis selbst erfahrene Kandidaten endlich eingestellt werden.

Ich denke, es ist extrem wichtig, sich stetig zu verbessern und zu iterieren.

Vorstellungsgespräche und Bewerbungen muss man üben wie alles andere auch. Das ist ungemein wichtig, damit du wenn du tatsächlich ein Interview bekommst, auch überzeugen kannst.

Es ist auch wichtig zu erkennen, dass manche Unternehmen dich und deine Zeit nicht respektieren werden. Lass dich davon nicht entmutigen und mach einfach weiter. Da würdest du sowieso nicht arbeiten wollen.

Wenn du Hilfe bei der Jobsuche brauchst, schau dir gerne unsere Lebenslauf-Optimierung und Interview-Training Services an.

Ich nutze Umami für datenschutzfreundliche Analysen.

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